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Achtsamkeit, Stress & Resilienz – Warum eine achtsame Haltung dich von innen stärkt und gegen Stress und Ängste wappnet

Apr 24, 2020 | Achtsamkeit, Resilienz
Charakterstärke-„Transzendenz“

Kennst du die folgenden Gedankenspiralen?

„Oh je, wie wird das alles nur weitergehen? Was ist, wenn ich bald keine Arbeit mehr habe oder in Kurzarbeit gehen muss? Wenn ich dann meine Miete nicht mehr bezahlen kann und es auch mit den Lebensmitteln knapp wird? Dann wird das bestimmt auch meine Beziehung belasten. Wir haben ja sowieso oft Streit wegen des Geldes. Was, wenn wir uns trennen, dann wird ja alles noch schwieriger? So, wie ich aussehe, finde ich eh keinen Partner mehr. Vielleicht lernt er aber eine andere Frau kennen, dann muss er auch noch für sie aufkommen und möglicherweise für die Kinder, die aus der neuen Beziehung entstehen. Was, wenn ich krank werde und gar nicht mehr arbeiten gehen kann? Was, wenn ? Oh je, ich bin am Ende.“

Und so geht die Negativ-Spirale fröhlich immer weiter nach unten, bis du dich so richtig schlecht fühlst und vor Angst kaum mehr atmen kannst.

Diese Gedanken sind genau das Gegenteil von Achtsamkeit. Denn du lebst in großen Sorgen vor der Zukunft, vor Dingen, die schlimmstenfalls eintreten KÖNNTEN. Oder du zerfleischt dich gedanklich wegen Dingen, die bereits geschehen sind. Du grübelst, wie es hätte sein können, wenn dies oder jenes anders verlaufen wäre … Hättest du doch bloß so und nicht anders reagiert, dann wäre dies oder das anders gelaufen ….  Hätte hätte Fahrradkette.

Ich kenne das auch – aus einem früheren Leben. Die Gedankenspiele gingen den ganzen Tag: Was wäre wenn? Oh, je, was ist, falls das passiert? Wenn ich eine schlimme Krankheit bekomme, wenn ich keinen guten Job finde, wenn dies, wenn das? Wieso ist dies und jenes passiert, was hätte ich besser tun können? Und so weiter und so fort.

So konnte das den ganzen Tag gehen. Es ging mir dabei wirklich nicht gut. Aber so funktionierte mein Kopf. Er war voll von wenig hilfreichen Gedanken.

Heute weiß ich:

Das ist bullshit. Dazu noch selbstgemachter bullshit. Solche Gedanken machen überhaupt keinen Sinn.

Und schlimmer noch: Diese Gedanken erzeugen sehr viel Stress. Stress, der dich noch zusätzlich belastet und richtig krank machen kann.

Stress macht krank und dumm, weil er den Körper belastet und zudem das analytische Denken einschränkt

Wir definieren Stress als das Gefühl, etwas nicht unter Kontrolle zu haben. Es ist das Gefühl, dass dich eine Situation übermannt. Sie ist einfach zu viel, zu groß, zu unübersichtlich, zu schwierig, beängstigend – sie kann nicht bewältigt werden.

Stress entsteht, wenn wir merken, dass wir für die entsprechende Situation keine adäquaten Bewältigungsstrategien haben. Das lässt ein Ohnmachtsgefühl entstehen. Und das fühlt sich nicht gut an, im Gegenteil, wir fühlen uns hilflos, ausgeliefert – gestresst eben.

Aber wir wissen auch: Stress ist immer subjektiv. Das, was du über eine Situation denkst, wie du sie bewertest, erzeugt erst den Stress. Und nicht die Situation selbst! Deshalb ist für den einen Menschen stressig, was für den anderen möglicherweise motivierend, anregend und spannend ist.

Es gibt also nicht DEN Stress, sondern nur DEINEN Stress.

Jeder empfindet etwas anderes als stressig.

Warum aber macht Stress krank und sogar „dumm“? Stress hat unglaublich viele negative Folgen für den Körper. Das wird verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Stress ein Notzustand des Körpers ist, den die Biologie sich für echte Gefahrensituationen vorbehalten hat. Um dich in einer lebensbedrohlichen Lage handlungsfähig zu machen und dir „Kampf“ oder „Flucht“ zu ermöglichen, hat unser Körper die Fähigkeit, in diesen Not-Modus umzuschalten. Er schüttet in dieser akuten Situation Unmengen von Stresshormonen aus. Diese bewirken schnelle körperliche Reaktionen (Flucht oder Kampf eben) und blockieren das analytische Denken (im Notfall würde das Abwägen zu lange dauern).

Stress ist für eine echte Gefahrensituation also ein wahrer Lebensretter!

Wenn dagegen Dauerstress herrscht, befindet sich dein Körper in einem ständigen Alarmzustand. Das ist einfach zu viel.

Körper und Geist können das nicht lange durchhalten. Viele Symptome resultieren. Herz-Kreislaufprobleme, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Magen- und Darmprobleme und ständige Infekte können auftreten, um nur einige zu nennen.

Forscher sind sich einig: Stress ist DIE Ursache für die Mehrzahl der Beschwerden, wegen derer man den Arzt aufsucht

Viele Dinge können stressen, angefangen von einem Zu-Viel, aber genauso einem Zu-Wenig an Arbeit, oder aber Arbeit ohne die entsprechende Wertschätzung, häufiger Streit mit dem Partner oder in der Familie, Lärm, körperliche Schmerzen und vieles mehr.

Stress und Angst betreffen Millionen Menschen und verursachen – neben großem Leid – Milliarden Kosten für Wirtschaft und Gesundheitssystem. Viele Menschen haben keine angemessenen Strategien, um Stress zu kompensieren. Stattdessen greifen Sie zu Medikamenten, was zusätzlich krank macht und vor allem nicht langfristig greift!

Fazit: Stress stört massiv deine Lebensfreude und dein Wohlbefinden

Etliche der stressauslösenden Faktoren können wir nicht kontrollieren oder nur bedingt beeinflussen. Auf andere Dinge haben wir sehr wohl einen Einfluss, denn eine andere Art zu Denken oder zu Handeln würde den Stressor entschärfen.

Achtsamkeitsmeditation hilft nachweislich dabei, dich von innen zu stärken, dir die notwendige Gelassenheit zu schenken, einen gesunden Abstand zu den stressauslösenden Themen zu fiden und so deine Resilienz zu erhöhen.

Achtsamkeit mindert Stress und ist einer der wichtigsten Resilienz-Faktoren

Resilienz ist das seelische Immunsystem. Resilienz, also die innere Stärke, setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Einer davon ist die Achtsamkeit

Was aber genau ist nun Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist die Kunst, bewusst und willentlich im Hier-und-Jetzt zu sein. Die Vergangenheit ist Geschichte und dient bestenfalls dazu, zu lernen. Die Zukunft ist ungewiss und kann nur bis zu einem gewissen Grad geplant werden.

Was du aber hast, ist der gegenwärtige Augenblick. Der Moment, den du „jetzt“ nennst – nicht mehr und nicht weniger.

Achtsamkeit ist die Kunst, die Schönheit des Moments zu erkennen

Um eine achtsame Haltung zu etablieren ist eine gewisse innere Disziplin nötig, sowie die Fähigkeit, präsent sein und nicht zu werten.

Disziplin klingt für dich vielleicht erst einmal schwer, nach Arbeit und Anstrengung? Wenn du etwas Neues in dein Leben einlädst, eine neue Verhaltensweise etablieren willst, dann brauchst du zunächst Energie und Bewusstheit, anders geht es nicht. Nach einer Weile aber schon wird die neue Verhaltensweise zur Gewohnheit und läuft spielerisch und automatisch ab. Nach einer kurzen Übungsphase wirst du sehen, dass auch die Achtsamkeitshaltung leicht und spielerisch betrieben werden kann und soll.

Achtsamkeit braucht Offenheit für Neues, gepaart mit Erwartungsfreiheit. Sei einfach neugierig darauf, was passiert.

Wenn du Achtsamkeit trainierst, wirst du erkennen, dass das Wunder im gegenwärtigen Moment liegt. Er ist kostbar, denn genau da bist du lebendig. Wir übersehen ihn oft, weil wir auf “bessere Momente“ und “bessere Zeiten“ warten.

Die Wirksamkeit von Achtsamkeitsmeditation wurde bereits in unzähligen klinischen Studien belegt

Achtsamkeitsübungen wirken! Wenn du sie regelmäßig anwendest, können sie dein Gehirn transformieren. Dies nennt man Neuroplastizität. Damit ist die Formbarkeit deines Gehirns durch mentale Einflüsse gemeint. Achtsamkeitsmeditation verändert das Gehirn so, dass Stress reduziert und mehr Glück empfunden wird. Neben der Stressreduzierung ist es ebenfalls ein Ziel, dass du dich mit deinem eigenen Körper, deiner Seele und deinem Selbst anfreundest, so wie du eben bist.

Durch Achtsamkeitsmeditation wirst du selbstbewusster, entspannter, positiver und fokussierter. Wenn sich das also nicht lohnt …

Sicher bist du jetzt neugierig geworden und fragst dich: Wie geht denn nun diese wundervolle Achtsamkeitsmeditation?

Das will ich dir natürlich hier und jetzt verraten. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich dir eine erste kleine Achtsamkeitsmeditation als Audio an diesen Blog-Artikel anhänge. Höre doch gleich einmal rein und gönne dir die wenigen Minuten der Achtsamkeit. So kannst du gleich die positive Wirkung spüren.

Achtsamkeitsmeditation, so geht´s:

Wie oben beschrieben, geht es bei einer achtsamen Haltung vor allem darum, ganz im gegenwärtigen Moment zu sein und seine Qualität wahrzunehmen. Dafür ist es wichtig, unvoreingenommen und ohne Erwartungen an die Übungen zu gehen. Der Moment muss nicht besonders schön oder ausgefallen sein, er ist einfach so, wie er ist.

Daher ist eine wichtige Vor-Übung das Nicht-Bewerten. Das ist übrigens eine Haltung, die für das ganze Leben von Vorteil ist. Versuche einmal alles, was dir begegnet, wertfrei anzuschauen. Was siehst du, was hörst du, was nimmst du wahr? Schau es dir an, ohne gleich eine Meinung dazu zu haben. Das öffnet den Blick und weitet deine Wahrnehmung (und bringt dich weg vom Schubladen-Denken).

Starte dann mit dem Bewusstsein, dass du nun achtsam im Moment sein willst. Nimm dazu einfach die Situation, in der du gerade bist. Es ist völlig egal, welche das ist.

Beginne, indem du ein paar Mal tief ein und ausatmest und dabei nur auf das Atmen achtest. Nur das Atmen ist nun wichtig, nichts weiter.

Schau dir nun an, wo du dich befindest, wie deine Umgebung aussieht, wie du deinen Körper wahrnimmst, welche Sinneseindrücke auf dich einströmen. Zähle sie dir innerlich auf, als würdest du einem Freund davon berichten und sei dabei bewusst nur im Jetzt. Interpretiere nicht, nimm einfach nur wahr.

Das ist erst einmal alles, was du tun musst.

Und schon bist du achtsam. Du hast Abstand zu dem Gedankenkreisen (denn das betrifft niemals das Hier-und-Jetzt, sondern immer Vergangenheit oder Zukunft) und nimmst nur den Moment wahr.

Mehr zum Thema und viele hilfreiche Übungen findest du übrigens in meinem Buch auf amazon oder in meinem udemy-Kurs:

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Viel Freude beim Achtsam sein,

Deine Katrin Faust

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